Hilfe für junge Schlaganfall-Betroffene
Neue Selbsthilfegruppe für den Kreis Gütersloh
Hilfe für junge Schlaganfall-Betroffene
Der Schlaganfall ist nicht immer eine Frage des Alters. Alljährlich trifft er im Kreis Gütersloh 40 bis 60 Menschen im Alter von 18 bis 50 Jahren. Für viele beginnt schlagartig ein anderes Leben. Ein neues Selbsthilfeangebot soll sie und ihre Angehörigen dabei unterstützen.
Neues jahr mit guten Vorsätzen
Schlaganfall-Hilfe und Forscher ermuntern dazu
Neujahr als Chance
Nach einer aktuellen Befragung der Schlaganfall-Hilfe glauben rund 82 Prozent der Deutschen, ihr Schlaganfall-Risiko selbst beeinflussen zu können (Schlaganfall-Barometer 2/2011). Doch offenbar schützt Wissen nicht vor Torheit. Mediziner gehen davon aus, dass rund 70 Prozent der Schlaganfälle auf eine ungesunde Lebensweise zurückzuführen sind.
Warum fällt es vielen so unsagbar schwer, sich vernünftig zu verhalten? Psychologen nennen vor allem zwei Gründe für das Scheitern guter Vorsätze.
- Oft seien die Rahmenbedingungen ungünstig: Ziele nicht klar definiert, Zeitpunkte ungünstig gewählt oder das Vorhaben geheim gehalten. Das senke die Hemmschwelle zum Ausstieg.
- Und dann ist da noch die eigene Persönlichkeit, die viele Menschen nicht wirklich kennen, meint der Persönlichkeitsforscher Jaap Denissen.
Gute Vorsätze bedeuten häufig einen Wandel des Lebensstils. Dies setzt Eigenschaften wie Offenheit für Neues oder Gewissenhaftigkeit voraus. Jaap Denissen ist Professor für Psychologie mit dem Forschungsschwerpunkt Persönlichkeitsentwicklung. An der Berliner Humboldt-Universität entwickelt sein Team Persönlichkeitstests (www.psytests.de), die dem Anwender Aufschluss über sein Profil geben. Viele glauben sich zu kennen und sind am Ende doch überrascht. „Grundsätzlich ist es so, dass Selbst- und Fremdeinschätzung nicht besonders stark zusammenhängen," sagt Denissen.
Wer seine Persönlichkeit gut kennt, kann sich realistische Ziele setzen, möglicherweise Fehler leichter verzeihen und bei einem Scheitern im ersten Anlauf auf einen zweiten Versuch hinarbeiten. Langfristig hält Jaap Denissen Persönlichkeitsänderungen für möglich, wenn auch nur durch kontinuierliche und disziplinierte Arbeit am eigenen Selbst. Neue und bessere Gewohnheiten könnten zu einer Art „zweiten Natur" werden. „Daran sollte man bei guten Vorsätzen für das neue Jahr unbedingt denken," motiviert der Forscher.
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WEITERE THEMEN
Social Spot Award an Schlaganfall-Hilfe
Das Fachmagazin „Stiftung & Sponsoring“ hat der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe den 1. Preis seines „Social Spot Award 2011“ verliehen. Die Stiftung erhielt die Auszeichnung für ihren Kurzfilm über das Familiencamp für schlaganfallbetroffene Kinder und ihre Familien.
In der Begründung der Jury heißt es, der Beitrag zeige „sehr anrührend und nah an den Betroffenen die Situation von Kindern, die einen Schlaganfall erlitten haben. Die Stiftung macht so sehr nachdrücklich auf ein eher unbekanntes Problem aufmerksam. Sie ist die Siegerin in der Kategorie Kurzfilm.
Produziert hat den Beitrag Sportmoderator und Kinderbuchautor Ulli Potofski, der sich ehrenamtlich als Botschafter der Schlaganfall-Hilfe engagiert. Das Wochenende im Bergischen Land hat Potofski nicht nur journalistisch begleitet, sondern die Kinder auch mit Geschichten seines fußballspielenden Kinderbuchhelden Locke unterhalten.
Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe veranstaltet alljährlich ein Familiencamp im oberbergischen Much bei Köln. Ein Wochenende lang haben Kinder, Eltern, Großeltern und Geschwister die Möglichkeit, vom belastenden Alltag auszuspannen und zum gegenseitigen Austausch. Pro Jahr erleiden in Deutschland ca. 300 Kinder einen Schlaganfall. Dieses Ereignis verändert das Leben der Kinder und ihrer Familien oft dramatisch.
Närrische Auszeichnung
Seit 20 Jahren kürt der Kattenstrother Karnevals-Club aus Gütersloh Personen aus dem öffentlichen Leben, die sich auf sozialem oder karitativem Gebiet in Gütersloh einsetzen, zum "Kattenbuer". In diesem Jahr fällt die Wahl auf die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe.
Auf seiner Jubiläumssitzung am vergangenen Wochenende übergab der Verein den Preis an Stiftungsmitarbeiterin Sandra Rösemeier. Sie erhielt eine Heugabel als Symbol für Arbeit und um Schwierigkeiten aus dem Weg zu räumen, aber auch symbolisch für Wohlstand und den Dienst am Nächsten.
Geldspenden, die in diesem Jahr über die Auszeichnung die Stiftung erreichen, sollen in das Projekt "Junger Mensch und Schlaganfall" fließen. Unter anderem sollen sie zur Gründung einer Selbsthilfegruppe in Gütersloh genutzt werden. Jährlich erleiden 9.000 bis 14.000 Menschen im Alter zwischen 14 und 50 Jahren einen Schlaganfall. Bundesweit gibt es bisher erst 16 Gruppen speziell für jüngere Menschen.
Ein Schlaganfall verändert alles
Ein Schlaganfall verändert alles
Ein Schlaganfall kennt kein Alter – und er kann von einer Sekunde zur anderen das komplette Leben verändern. Diese Erfahrung musste auch Fam. Gabriel machen. In unserem kleinen Filmbeitrag erhalten Sie einen Einblick, mit welchen Problemen Betroffene zu kämpfen haben und wo ein Schlaganfall-Lotse unterstützen kann.
Herzlichen Dank für Ihre Zeit!